Nun bin ich also beim letzten Blogeintrag angelangt.
Unser Flug geht in ein paar Stunden und morgen Samstagabend sollten wir in
Zürich landen.
Von Panama sind wir also auf dem Luftweg wieder in Kolumbien gelandet. In Cartagena erwartete uns eine wunderbare Wärme und wolkenloser Himmel – ein Traum nach fast zwei Wochen Regen in Panama… Panama hinterliess auch bei meiner Bank einen schlechten Eindruck. Jedenfalls wurde meine EC-Karte aus Sicherheitsgründen teilweise gesperrt (nur der Magnetstreifen) L Als wir im Taxi sassen und uns nicht mit dem ruhigen, gemütlichen Taxifahrer über den Preis streiten mussten wie die Tage zuvor, wussten wir, wir sind wieder zurück im schönen Kolumbien.
Cartagena ist so zu sagen die „Vorzeigestadt“ Kolumbiens. Wirklich eine wunderschöne Stadt – eine Perle. Die sehr schön restaurierte und in Stand gehaltene Altstadt ist von massiven Stadtmauern umgeben. Zur Weihnachtszeit waren die engen Gassen mit etlichen Lichtern quer über die Strassen geschmückt. Das „Castillo“, die Festung, konnte weder von den Spaniern noch von irgendeiner anderen Nation jemals eingenommen werden. Ein äusserst robustes und cleveres Bauwerk. Da wir kaum auf „weisse Weihnachten“ verzichten konnten, verbrachten wir den 23. Dezember an der Playa Blanca („weisser Strand“) J Cartagena ist eine blühende Stadt, wo auch viele Kolumbianer über Weihnachten ihre Ferien verbringen. Weihnachten wird hier aber, wie Silvester/Neujahr auch, im engsten Familienkreis gefeiert. So gegen Mitternacht geht dann die Jugend aber auf die Strasse bzw. in die Discos – vorher ist nicht viel los. Am 24. Dezember trafen wir Tristan, Philip und Lukas, die drei Berner Jungs, mit denen ich bereits im September in Guatemala eine lustige und gute Zeit verbracht hatte. Fürs Weihnachtsessen gingen wir in ein argentinisches Steakhouse – verhältnismässig teuer, aber sehr lecker. Generell ist übrigens der Norden Kolumbiens mindestens 50% teurer als der Süden – und über die Weihnachtszeit erhöhten sich die Preise erst recht nochmals.
Nach Weihnachten ging’s dann – nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass „alle“ Hotels/Hostels etc. ausgebucht waren – nach Santa Marta, 4 Stunden östlich von Cartagena.
Die Küstenorte haben alle etwas gemeinsam: die Gemütlichkeit. Klar, denn diese Hitze zwingt einen richtiggehend zum Runterfahren. Auch werden dort wieder viel mehr Drogen angeboten als sonst irgendwo. Halsketten, Ohrringe und ähnliches dienen meistens als „Köder“, wenn man die ablehnt, folgen weitere Angebote…aber auch hier: kein Stress, wenn man ablehnt.
Santa Marta hat ungefähr eine halbe Million Einwohner und eine kleine, aber wahnsinnig gemütliche Altstadt mit vielen kleine Restaurants und Bars, speziell um den Parque de los novios herum. Zwischen dem Industrie- und dem Bootshafen liegt ein kleines Stück schwarzen Sandstrands, das über die Feiertage täglich bis zum letzten Quadratmeter ausgebucht war. Das Meer deutlich kühler und dank der Nähe zum Hafen auch nicht sonderlich sauber… die Strandverkäufer in Santa Marta sind auch nicht halb so aufdringlich wie jene in Cartagena. Alles wird einem an den Liegeplatz gebracht – Essen und Getränke. Wir genossen jeweils die Abendsonne am Strand bis zu ihrem Untergang. Dann wurde nicht nur der Himmel wunderschön beleuchtet sondern auch die Weihnachtsbeleuchtung setzte ein – die ganze Strandpromenade entlang; herrlich. Ein paar Kilometer südlich der Stadt befindet sich ein „Ferien-Ressort“, El Rodadero genannt. Dort türmen sich die Hotels entlang des deutlich schöneren Sandstrandes. Wir waren quasi mitten in der Altstadt in einem – leider – richtigen Party-Hostel. Nur Amis, Australier, Engländer und co dort… ruhig war’s eigentlich nur zwischen 3 und 8 Uhr in der Früh…
Nach zwei Nächten gingen wir dann für zwei weiter Nächte in den berühmt berüchtigten Tayrona-Nationalpark, eine gute Stunde von Santa Marta entfernt. Das waren wirklich wieder einmal zwei Tage im Paradies! Sonne, Strand und ein wahnsinnig wildes Meer, so dass Baden nur an bestimmten Stellen erlaubt ist. Mitten im Park liegt eine kleine archäologische Städte, El Pueblito. „Das Dörfchen“ zeigt letzte Überreste des vor hunderten von Jahren hier hausenden Tayrona-Volkes. Eine wunderschöne Tageswanderung durch den Tayrona-Park. Übernachtet wurde in Hängematten – mittlerweile schlafe ich herrlich in Hängematten J
Danach ging’s wieder zurück nach Santa Marta für Silvester. Wie gesagt, feiern Latinos im engsten Familienrahmen. Es war schon wirklich sehr schwierig Silvester und Neujahrstag ein Restaurant zu finden – praktisch alles geschlossen und sonst schon ausgebucht mit Reservationen! Nun gut, wir fanden schon noch was – es gibt ja immer eine Lösung. Unser Hostel bot dann wohl die beste Party. Jedenfalls kamen nach Mitternacht viele Einheimische zu unserer Dach-Party.
Im Neuen Jahr ging ich dann noch einen Tag nach Taganga zum Tauchen. Taganga ist ein kleines Fischerdorf, ca. 5km nördlich von Santa Marta. Dort gibt es eigentlich nur Touristen, die Tauchen wollen, sonst wirklich nichts. Also wer tauchen will in Kolumbien, ist hier wirklich an der falschen Adresse. Es ist zwar billig – aber bietet nicht viel. Honduras ist noch billiger und bietet mehr bezüglich Unterwasserwelt sowie Sicherheitsvorkehrungen beim Tauchen. Ich war wirklich froh, habe ich mittlerweile ein bisschen Erfahrung. Einen Besuch bei Simon Bolivars letztem Wohnort durfte natürlich nicht fehlen. Sogar das Bett, in dem er starb, steht dort schön aufbereitet da…
Da ganz Kolumbien Ferien hatte, waren dann alle Nachtbusse nach Bucaramanga schon voll L somit blieb ich noch einen Tag länger in Santa Marta und tankte noch einmal richtig Sonne.
Einen Tag später als geplant kam ich dann früh morgens in Bucaramanga an. Der Nachtbus war übrigens sein Geld wert – hatte fantastisch geschlafen. Bucaramanga liegt auf rund 1000m, umgeben von Bergen. Bekannt auch als Gleitschirm-Mekka. Dies liess ich mir natürlich nicht entgehen und gönnte mir einen kurzen Flug „über“ die Stadt – sehr gemütlich! Am Folgetag ging ich nach Girón, einem Städtchen gleich nebenan. Einmal mehr eine wunderschöne, koloniale Altstadt. Sicherlich eine der schönsten Städte Kolumbiens. Dann buchte ich eine Tour zum Chicamocha-Canyon. Der Chicamocha-Canyon ist angeblich der zweitgrösste Canyon nach dem Gran Canyon. Mit der längsten Seilbahn Südamerikas kann man den Canyon auf dem Luftweg durchqueren. Die Aussicht ist fantastisch! Auf der anderen Seite des Canyons warteten dann etliche Touristenattraktionen. Der Hammer war aber der „Geissenweg“. Etliche Ziegen werden dort gehalten und den Touristen präsentiert. Das Beste daran ist aber, dass die Ziegen ursprünglich aus dem Toggenburg sind!! So steht’s zumindest auf einer Tafel beschrieben. Bin also nicht der einzige, dem es hier gefällt ;-)
Von Bucaramanga ging’s dann nach San Gil, DEM Outdoor-Sport-Mekka Kolumbiens. Hier wird alles angeboten, was zur Adrenalin-Ausschüttung und einem Lächeln auf dem Gesicht führt. Ich hatte mich dann für Rafting, Caving und Bungee-Jumping entschieden – alles an einem Tag. Fantastisch. Und bei herrlich sommerlichem Bergwetter und ca. 25-30 Grad! Zuerst also knapp zwei Stunden den Fluss runter. Haha und zum ersten Mal bei einer Rafting-Tour habe ich nun erlebt, wie jemand aus dem Boot fällt. Der kleine ca. 10-jährige Junge schwappte schon mit der ersten Welle aus dem Boot. Das war ja ein Ding, bis der wieder drin war… am Spassfaktor fehlte es also nicht. Dann, bereits etwas ausgekühlt, ging’s direkt zum Caving. Nur in Badehose, Schuhen, Helm und Stirnlampe durch die Tropfsteinhöhle waten und zwischendurch durchs ar…kalte Wasser schwimmen oder kriechen. Nach einer weiteren Stunde im kühlen Nass, war ich dann sehr froh um den Kaffe und die wärmenden Sonnenstrahlen. Zum krönenden Abschluss des Tages folgte dann der Bungee-Jump. Nur 38m, aber immerhin. Zumindest war das Erlebnis sehr cool und die Aussicht ebenfalls.
Dann besuchte ich noch Barichara. Das Dörfchen gilt als „schönste Stadt Kolumbiens“. Wahrscheinlich deshalb, weil bis heute jedes Haus im „alten Stil“ gebaut wird. Ausser den schönen Häusern und der fantastischen Aussicht gibt’s da oben aber nicht viel zu sehen, so dass ich am Nachmittag dann eine ziemlich mühsame und lange Busfahrt nach Villa de Leyva nahm, wo ich Oli dann wieder traf. Er sollte aufgrund seiner letztjährigen Ellbogen-OP „kein“ (Extrem-)Sport betreiben und liess daher diese wunderschöne Gegend nördlich von Villa de Leyva aus.
Villa de Leyva ist ebenfalls ein Bergdorf, auf gut 2000m. Bekannt für schöne Wanderungen und Ausritte. Leider war die Zeit schon etwas fortgeschritten, so dass es „nur“ für eine Bike-Tour reichte. Landschaftlich sehr schön, aber nichts Aussergewöhnliches. Die Natur hier ist halt einfach anders als bei uns. Mir gefällt ja v.a., dass Palm-Bäume noch auf dieser Höhe wachsen! Und die Baumgrenze hier liegt ja irgendwo bei 3-4000 Metern… Die Fahrt zu den Baggerseen war aber schön, mal abgesehen davon, dass das Mountainbike eine wahre Katastrophe war. Kaum etwas funktionierte daran... in dieser Gegend lebte vor Jahrhunderten das Volk der Muiscas. Zu sehen sind nur noch Überreste einer astronomischen Stätte sowie die dutzenden Phallus-Symbole, welche die Muiscas als Zeichen der Fruchtbarkeit überall erigierten, äh, errichteten ;-)
Von Villa de Leyva ging’s dann direkt nach Bogota, wo wir jetzt noch eine Nacht verbrachten. Gestern versuchten wir noch ein Fondue und Raclette im „Restaurante Cuisine Suisse“… der Besitzer ist aber Kolumbianer und es fehlt ein gewisses Flair und Verständnis für die Schweizer Küche…
So, nun ist es an der Zeit „adiós“ zu sagen oder besser „hasta
la vista“ :-D
Von Panama sind wir also auf dem Luftweg wieder in Kolumbien gelandet. In Cartagena erwartete uns eine wunderbare Wärme und wolkenloser Himmel – ein Traum nach fast zwei Wochen Regen in Panama… Panama hinterliess auch bei meiner Bank einen schlechten Eindruck. Jedenfalls wurde meine EC-Karte aus Sicherheitsgründen teilweise gesperrt (nur der Magnetstreifen) L Als wir im Taxi sassen und uns nicht mit dem ruhigen, gemütlichen Taxifahrer über den Preis streiten mussten wie die Tage zuvor, wussten wir, wir sind wieder zurück im schönen Kolumbien.
Cartagena ist so zu sagen die „Vorzeigestadt“ Kolumbiens. Wirklich eine wunderschöne Stadt – eine Perle. Die sehr schön restaurierte und in Stand gehaltene Altstadt ist von massiven Stadtmauern umgeben. Zur Weihnachtszeit waren die engen Gassen mit etlichen Lichtern quer über die Strassen geschmückt. Das „Castillo“, die Festung, konnte weder von den Spaniern noch von irgendeiner anderen Nation jemals eingenommen werden. Ein äusserst robustes und cleveres Bauwerk. Da wir kaum auf „weisse Weihnachten“ verzichten konnten, verbrachten wir den 23. Dezember an der Playa Blanca („weisser Strand“) J Cartagena ist eine blühende Stadt, wo auch viele Kolumbianer über Weihnachten ihre Ferien verbringen. Weihnachten wird hier aber, wie Silvester/Neujahr auch, im engsten Familienkreis gefeiert. So gegen Mitternacht geht dann die Jugend aber auf die Strasse bzw. in die Discos – vorher ist nicht viel los. Am 24. Dezember trafen wir Tristan, Philip und Lukas, die drei Berner Jungs, mit denen ich bereits im September in Guatemala eine lustige und gute Zeit verbracht hatte. Fürs Weihnachtsessen gingen wir in ein argentinisches Steakhouse – verhältnismässig teuer, aber sehr lecker. Generell ist übrigens der Norden Kolumbiens mindestens 50% teurer als der Süden – und über die Weihnachtszeit erhöhten sich die Preise erst recht nochmals.
Nach Weihnachten ging’s dann – nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass „alle“ Hotels/Hostels etc. ausgebucht waren – nach Santa Marta, 4 Stunden östlich von Cartagena.
Die Küstenorte haben alle etwas gemeinsam: die Gemütlichkeit. Klar, denn diese Hitze zwingt einen richtiggehend zum Runterfahren. Auch werden dort wieder viel mehr Drogen angeboten als sonst irgendwo. Halsketten, Ohrringe und ähnliches dienen meistens als „Köder“, wenn man die ablehnt, folgen weitere Angebote…aber auch hier: kein Stress, wenn man ablehnt.
Santa Marta hat ungefähr eine halbe Million Einwohner und eine kleine, aber wahnsinnig gemütliche Altstadt mit vielen kleine Restaurants und Bars, speziell um den Parque de los novios herum. Zwischen dem Industrie- und dem Bootshafen liegt ein kleines Stück schwarzen Sandstrands, das über die Feiertage täglich bis zum letzten Quadratmeter ausgebucht war. Das Meer deutlich kühler und dank der Nähe zum Hafen auch nicht sonderlich sauber… die Strandverkäufer in Santa Marta sind auch nicht halb so aufdringlich wie jene in Cartagena. Alles wird einem an den Liegeplatz gebracht – Essen und Getränke. Wir genossen jeweils die Abendsonne am Strand bis zu ihrem Untergang. Dann wurde nicht nur der Himmel wunderschön beleuchtet sondern auch die Weihnachtsbeleuchtung setzte ein – die ganze Strandpromenade entlang; herrlich. Ein paar Kilometer südlich der Stadt befindet sich ein „Ferien-Ressort“, El Rodadero genannt. Dort türmen sich die Hotels entlang des deutlich schöneren Sandstrandes. Wir waren quasi mitten in der Altstadt in einem – leider – richtigen Party-Hostel. Nur Amis, Australier, Engländer und co dort… ruhig war’s eigentlich nur zwischen 3 und 8 Uhr in der Früh…
Nach zwei Nächten gingen wir dann für zwei weiter Nächte in den berühmt berüchtigten Tayrona-Nationalpark, eine gute Stunde von Santa Marta entfernt. Das waren wirklich wieder einmal zwei Tage im Paradies! Sonne, Strand und ein wahnsinnig wildes Meer, so dass Baden nur an bestimmten Stellen erlaubt ist. Mitten im Park liegt eine kleine archäologische Städte, El Pueblito. „Das Dörfchen“ zeigt letzte Überreste des vor hunderten von Jahren hier hausenden Tayrona-Volkes. Eine wunderschöne Tageswanderung durch den Tayrona-Park. Übernachtet wurde in Hängematten – mittlerweile schlafe ich herrlich in Hängematten J
Danach ging’s wieder zurück nach Santa Marta für Silvester. Wie gesagt, feiern Latinos im engsten Familienrahmen. Es war schon wirklich sehr schwierig Silvester und Neujahrstag ein Restaurant zu finden – praktisch alles geschlossen und sonst schon ausgebucht mit Reservationen! Nun gut, wir fanden schon noch was – es gibt ja immer eine Lösung. Unser Hostel bot dann wohl die beste Party. Jedenfalls kamen nach Mitternacht viele Einheimische zu unserer Dach-Party.
Im Neuen Jahr ging ich dann noch einen Tag nach Taganga zum Tauchen. Taganga ist ein kleines Fischerdorf, ca. 5km nördlich von Santa Marta. Dort gibt es eigentlich nur Touristen, die Tauchen wollen, sonst wirklich nichts. Also wer tauchen will in Kolumbien, ist hier wirklich an der falschen Adresse. Es ist zwar billig – aber bietet nicht viel. Honduras ist noch billiger und bietet mehr bezüglich Unterwasserwelt sowie Sicherheitsvorkehrungen beim Tauchen. Ich war wirklich froh, habe ich mittlerweile ein bisschen Erfahrung. Einen Besuch bei Simon Bolivars letztem Wohnort durfte natürlich nicht fehlen. Sogar das Bett, in dem er starb, steht dort schön aufbereitet da…
Da ganz Kolumbien Ferien hatte, waren dann alle Nachtbusse nach Bucaramanga schon voll L somit blieb ich noch einen Tag länger in Santa Marta und tankte noch einmal richtig Sonne.
Einen Tag später als geplant kam ich dann früh morgens in Bucaramanga an. Der Nachtbus war übrigens sein Geld wert – hatte fantastisch geschlafen. Bucaramanga liegt auf rund 1000m, umgeben von Bergen. Bekannt auch als Gleitschirm-Mekka. Dies liess ich mir natürlich nicht entgehen und gönnte mir einen kurzen Flug „über“ die Stadt – sehr gemütlich! Am Folgetag ging ich nach Girón, einem Städtchen gleich nebenan. Einmal mehr eine wunderschöne, koloniale Altstadt. Sicherlich eine der schönsten Städte Kolumbiens. Dann buchte ich eine Tour zum Chicamocha-Canyon. Der Chicamocha-Canyon ist angeblich der zweitgrösste Canyon nach dem Gran Canyon. Mit der längsten Seilbahn Südamerikas kann man den Canyon auf dem Luftweg durchqueren. Die Aussicht ist fantastisch! Auf der anderen Seite des Canyons warteten dann etliche Touristenattraktionen. Der Hammer war aber der „Geissenweg“. Etliche Ziegen werden dort gehalten und den Touristen präsentiert. Das Beste daran ist aber, dass die Ziegen ursprünglich aus dem Toggenburg sind!! So steht’s zumindest auf einer Tafel beschrieben. Bin also nicht der einzige, dem es hier gefällt ;-)
Von Bucaramanga ging’s dann nach San Gil, DEM Outdoor-Sport-Mekka Kolumbiens. Hier wird alles angeboten, was zur Adrenalin-Ausschüttung und einem Lächeln auf dem Gesicht führt. Ich hatte mich dann für Rafting, Caving und Bungee-Jumping entschieden – alles an einem Tag. Fantastisch. Und bei herrlich sommerlichem Bergwetter und ca. 25-30 Grad! Zuerst also knapp zwei Stunden den Fluss runter. Haha und zum ersten Mal bei einer Rafting-Tour habe ich nun erlebt, wie jemand aus dem Boot fällt. Der kleine ca. 10-jährige Junge schwappte schon mit der ersten Welle aus dem Boot. Das war ja ein Ding, bis der wieder drin war… am Spassfaktor fehlte es also nicht. Dann, bereits etwas ausgekühlt, ging’s direkt zum Caving. Nur in Badehose, Schuhen, Helm und Stirnlampe durch die Tropfsteinhöhle waten und zwischendurch durchs ar…kalte Wasser schwimmen oder kriechen. Nach einer weiteren Stunde im kühlen Nass, war ich dann sehr froh um den Kaffe und die wärmenden Sonnenstrahlen. Zum krönenden Abschluss des Tages folgte dann der Bungee-Jump. Nur 38m, aber immerhin. Zumindest war das Erlebnis sehr cool und die Aussicht ebenfalls.
Dann besuchte ich noch Barichara. Das Dörfchen gilt als „schönste Stadt Kolumbiens“. Wahrscheinlich deshalb, weil bis heute jedes Haus im „alten Stil“ gebaut wird. Ausser den schönen Häusern und der fantastischen Aussicht gibt’s da oben aber nicht viel zu sehen, so dass ich am Nachmittag dann eine ziemlich mühsame und lange Busfahrt nach Villa de Leyva nahm, wo ich Oli dann wieder traf. Er sollte aufgrund seiner letztjährigen Ellbogen-OP „kein“ (Extrem-)Sport betreiben und liess daher diese wunderschöne Gegend nördlich von Villa de Leyva aus.
Villa de Leyva ist ebenfalls ein Bergdorf, auf gut 2000m. Bekannt für schöne Wanderungen und Ausritte. Leider war die Zeit schon etwas fortgeschritten, so dass es „nur“ für eine Bike-Tour reichte. Landschaftlich sehr schön, aber nichts Aussergewöhnliches. Die Natur hier ist halt einfach anders als bei uns. Mir gefällt ja v.a., dass Palm-Bäume noch auf dieser Höhe wachsen! Und die Baumgrenze hier liegt ja irgendwo bei 3-4000 Metern… Die Fahrt zu den Baggerseen war aber schön, mal abgesehen davon, dass das Mountainbike eine wahre Katastrophe war. Kaum etwas funktionierte daran... in dieser Gegend lebte vor Jahrhunderten das Volk der Muiscas. Zu sehen sind nur noch Überreste einer astronomischen Stätte sowie die dutzenden Phallus-Symbole, welche die Muiscas als Zeichen der Fruchtbarkeit überall erigierten, äh, errichteten ;-)
Von Villa de Leyva ging’s dann direkt nach Bogota, wo wir jetzt noch eine Nacht verbrachten. Gestern versuchten wir noch ein Fondue und Raclette im „Restaurante Cuisine Suisse“… der Besitzer ist aber Kolumbianer und es fehlt ein gewisses Flair und Verständnis für die Schweizer Küche…
Vielleicht werde ich die krassen Busüberholmanöver
vermissen, zumindest aber freue ich mich auf 3-lagiges Klo-Papier, das man auch
in die Schüssel werfen darf und nicht in den Eimer nebenan. Die schlechten
Pommes und generell die relativ einseitige einheimische Küche sowie das süsse,
fade Brot werde ich bestimmt nicht vermissen. Jedoch die frischen Fruchtsäfte,
die es an jeder Strassenecke zu kaufen gibt. Ich freue mich aber auch auf
Schlaglöcher freie Strassen, sauberes Trinkwasser oder ein Rivella :-P
Vermissen werde ich aber sicherlich die unglaublich
freundlichen und netten Menschen hier mit ihrem strahlenden Lächeln im Gesicht
sowie das einzigartige Flair Kolumbiens.
Die vergangenen 6 Monate waren sicherlich die tollsten
und intensivsten Monate meines Lebens mit unzähligen, wertvollen Kontakten und
Begegnungen.