Top of Cotopaxi, 5897m

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Ecuador - Cotopaxi & co

Ich bin nun schon seit gut drei Wochen in Ecuador. Es ist sehr schön wieder hier zu sein! Zuerst war ich mal rund zehn Tage im Urwald und ein paar Tage in Quito, aber dazu ein andermal.
Als ich den Entschluss fasste, nochmals nach Ecuador zu gehen, war gleichzeitig auch mein Ziel, den Vulkan Cotopaxi diesmal ganz zu besteigen und nicht nur bis zur Berghütte, welche als Ausgangspunkt für die Besteigung dient.
Quito liegt ja auf rund 2800m. Da ich etwas Respekt vor der Höhenkrankheit bzw. ungenügender Akklimatisation für mein Vorhaben hatte, ging ich letzten Freitag mit dem Teleferico zum Aussichtspunkt hoch über Quito. In 10 Minuten mit der Gondelbahn von 3000m auf 4000m und dazu eine super Aussicht über die ganze Stadt! Von der Bergstation aus führt ein Weg zum Gipfel des Rucu Pichincha, dem eigentlichen Hausberg Quitos, der aber allzu oft in einer Nebeldecke liegt…so auch letzten Freitag. Nun ja, ich hatte mich entschieden, da hoch zu gehen, also ging ich auch.  Bei Regen, Schneegestöber und eisig-kaltem Wind erreichte ich dann auch den Gipfel auf 4696m – sogar viel schneller als „geplant“ und ohne Höhenprobleme. Leider war bei solchen Wetterverhältnissen nichts mit schöner Aussicht…dafür hatte ich nachher in Quito wieder Sonnenschein.
Samstag war dann Ruhetag und ich buchte nun definitiv die Cotopaxi-Tour sowie für Sonntag eine geführte Tour auf den Iliniza Norte, 5116m. So wurde ich Sonntagmorgen von Frank, meinem 25-jährigen Führer, abgeholt. Wir plauderten eine Runde und auf dem Weg dahin klingelte sein Telefon mehrmals. Er fragte mich dann, ob es okay wäre, wenn seine Frau auch mitkomme… klar doch. Um 8Uhr waren wir dann am Fusse des Vulkans auf ca. 3700m. Zuerst ging’s zur Berghütte, welche zwischen Iliniza Norte und Sur liegt. Der südliche Iliniza ist ganzjährig schnee- und eisbedeckt, auf dem nur 150m kleineren nördlichen Iliniza liegt praktisch nie Schnee – ausser dieses Jahr, aber nicht genug, um Steigeisen mitzunehmen. Wir erreichten die Berghütte auf 4700m problemlos nach zwei Stunden. Auf dem Weg sahen wir auch zum Cotopaxi rüber J nach einem Koka-Tee ging’s gestärkt weiter Richtung Gipfel. Frank ist ein junger, relativ unerfahrener, aber guter Führer. Er musste einige Male nach dem Weg suchen, was seine Unsicherheit noch verstärkte. Es war eine schöne Sonntagstour mit mit Frank und seiner Frau, ausser, dass sie massive Höhenangst hat und die letzten Höhenmeter für sie beinahe zur Tortur wurden, da es schon ziemlich steil war und wir auch frei klettern mussten! Punkt Mittag waren wir dann auf dem Gipfel und die Aussicht…naja…einmal mehr nur weiss um mich herum L schade. Runter ging’s dann schneller. Das ist ja das Schöne oder eben auch Mühsame an diesen Vulkanen: Sand und Geröll. Hoch geht’s zwei Schritte vor und einen zurück, runter kann man ganz einfach rutschen oder „rennen“.
Also abgesehen von zwischenzeitlichen Schwindelattacken, die sich nach einer kurzen Pause wieder legten und einem leichten Druckgefühl im Kopf, das mit abnehmender Höhe auch wieder verschwand, war auch dieser Aufstieg erfolgreich.
Dann übernachtete ich in Machachi, das auf 3000m liegt und wo auch Frank wohnt. Abgesehen davon, dass es arschkalt war in meinem Hotelzimmer, weil das Fenster nicht ganz geschlossen werden konnte und kein anderes Zimmer frei war, war die Übernachtung in dem kleinen Bergstädtchen ganz ok – und Kälte-angepasst war ich jetzt auch. Hatte also noch nie zuvor in Thermo-Unterwäsche in einem Hotelzimmer übernachten müssen…
Gegen Mittag holte mich Frank dann wieder ab. Mit dabei waren nun auch zwei Flachland-Deutsche, Fabian und Bodo, ein Freund von Fabians Vater. Gemeinsam mit einem weiteren Führer, Segundo (ein Onkel von Franks Frau), ging’s dann Richtung Cotopaxi-Berghütte. Der Autoparkplatz liegt auf 4500m, danach sind’s noch 300 Höhenmeter bis zur Hütte. Auf dem Weg dahin begann es bereits zu schneien bzw. auf unserer Höhe war es zuerst noch Eisregen, danach Hagel… jedenfalls lag dann Neuschnee bis runter auf ca. 4200m. In der Hütte angekommen, wurde uns schon mal klar gemacht, dass die Tour bei so viel Neuschnee sehr anspruchsvoll sei. Um 17:30 Uhr gab’s Abendessen (Spaghetti! Auf der Höhe – und sie waren +/- al dente!) und eine gute Stunde später legten wir uns „schlafen“: 1 Paar Wollsocken, lange Unterhose, T-Shirt, Pulli, Mütze, Handschuhe und ab in den Schlafsack. So war’s grad knapp angenehm – Fabian hingegen fror die ganze „Nacht“ durch (mit Jacke!). Um Mitternacht wurden wir dann geweckt – wir hatten bis dahin alle nur wenig geschlafen. Zum Frühstück gab’s Joghurt mit Zerealien, Brot, eine Banane und Koka-Tee. Wir waren dann die letzte von 7 Gruppen, die die Hütte verliessen und starteten um 1:15 Uhr. Bis zum Gipfel sind’s 6-7 Stunden. Los ging’s noch ohne Steigeisen und Seil, diese werden erst an der Gletschergrenze auf 5150m montiert. Wir waren also die letzten und unsere beiden Führer legten gleich mal ein gutes Tempo vor, so dass wir bis zur Gletschergrenze nach ca. 1-1,5h nur noch die Brasilianerin mit ihrem Führer vor uns hatten. Bodo’s Kopf schmerzte leicht. Wir andern waren soweit ok, wie man dies in dieser Höhe sein kann… das Atmen wurde mit jedem Schritt etwas anstrengender und die Intervalle bis zur nächsten Pause zunehmend kürzer. Auf ca. 5300m galt es, die grossen Gletscherspalten zu überqueren. Bis dahin hatten wie dir Brasilianerin mit ihrem Privat-Führer auch schon überholt. Bodo hatte mittlerweile auch seinen Privatführer, Frank, und ging hinter uns. Fabian und ich waren mit Segundo in einer Seilschaft. Segundo peitschte uns förmlich den Berg hoch. Die Querung der Gletscherspalten nahm einige Zeit in Anspruch, Stellenweise war reines Eisklettern angezeigt und ich fragte mich wirklich, ob dies der einzige Weg sei…aber bei der Dunkelheit (es war Neumond und ein wunderschöner, sternenklarer Nachthimmel) konnte ich ja auch nichts sehen und wenn auch… ER ist der Führer und macht dies seit 14 Jahren – er wird es schon wissen. Nun ja, wir passierten die „grietas“ relativ problemlos und Segundo musste weiterhin eine neue Spur in den Neuschnee legen. Beim Blick hinunter sahen wir die vielen Lichter der Stirnlampen der anderen Gruppen an der grossen Spalte. Das Atmen und Denken wurde nicht leichter und die Temperatur auch nicht wärmer. Die „Schwindelzustände“ nahmen auch zu. Es war am einfachsten, nichts zu sagen und einfach zu schauen, dass ich mit jedem Tritt meine Steigeisen richtig fest durch den Schnee ins Eis bohren konnte. Die Steigung war zwischenzeitlich so gross, dass wieder Eisklettern angesagt war – normales Gehen ging nicht mehr. Ich war echt froh, war’s dunkel… nur der Sternenhimmel und in der Ferne die Lichter von Quito, welche den Himmel so erhellten, dass ich schon früh mal glaubte, die Sonne gehe schon auf…. Die Lichter der anderen Gruppen waren verschwunden, wir waren nun aber auch an der Westseite und nicht mehr am Nordhang…trotzdem, wir waren alleine. Die Neuschneedecke wurde immer tiefer, jeder sackte mehrmals ein, das Gehen wurde immer anstrengender, die Marschzeiten bis zur nächsten Pause nur noch kürzer, trotzdem dachte ich nie ans Umdrehen. Segundo erzählte immer mal wieder was – wir konnten ihm nicht mehr zuhören und sagten einfach, er solle langsam weitergehen und wir melden uns, wenn wir eine Pause brauchen. Gegen 6 Uhr ging die Sonne auf. Wir auf der Westseite auf gut 5700m. Standen also in der Kälte, sahen dafür auf die Ilinizas sowie den Schattenkegel, welcher der Cotopaxi auf das Land warf. Wir wussten: es fehlt nicht mehr viel, aber Fabian und ich waren ziemlich am Ende. Wir gingen weiter. Langsam. 1-2 Minuten vorwärts, dann eine Minute Pause. Unsere Herzen rasten, mein Puls war wohl konstant um 180. Es war extrem steil. Ohne Eispickel ging gar nichts mehr, wir mussten einfach hoch bis es irgendwo wieder etwas flacher wurde. Im Steilhang war an eine Pause nicht zu denken, zu anstrengend war das „Stehen“. Dann sahen wir den Gipfel…nein, noch eine Kurve und erst da lag er, zum Greifen nah, aber wir benötigten nochmals 3-4 Pausen…Fabian’s Magen wollte sich grad entleeren, doch dann schien mir plötzlich die Sonne ins Gesicht und ich stand auf dem Gipfel! Wow, unglaublich. 6:50 Uhr. Die Gefühle waren überwältigend. 5897m! Die Sicht war fantastisch! Ein gigantisches Nebelmeer und dazwischen ragten all die 5000er hervor und im Süden hatten wir freien Blick auf den Chimborazo, den einzigen 6000er Ecuadors. Gemessen vom Erdmittelpunkt aus, ist der Chimbo der höchste Berg der Welt (die Erde ist ein Rotationsellipsoid und daher am Äquator „dicker“). So gesehen ist der Cotopaxi der dritthöchste Berg der Welt bzw. anders gesagt, es gibt nur zwei Punkte, die einen näher an den Himmel bringen J Nach dem „Gipfel-Snickers“ und unzähligen schönen Genuss-Blicken, ging’s eine halbe Stunde später wieder runter – der Schnee erwärmte sich ja langsam und die Lawinengefahr nahm zu. Keine andere Gruppe kam uns mehr entgegen. Bodo und Frank erwarteten uns am Yanasacha auf 5700m. Weiter ging’s bei ihm nicht mehr. Gemeinsam gingen wir zurück zur Hütte. Als wir unsere Spuren zurückverfolgten und sahen, wo wir bei aller Dunkelheit hoch gingen…naja, also bei Tageslicht hätten dies wahrscheinlich noch mehr Überwindung gebraucht, aber bei Dunkelheit und all dem Adrenalin ging’s irgendwie… wir sahen nun aber auch die Schönheiten des Gletschers – fantastisch!
Gegen (halb) 10Uhr waren wir wieder zurück in der Hütte – alle völlig am Ende, aber überglücklich.
Es war etwas vom Schönsten, was ich je gemacht habe, aber wohl auch die extremste Grenzerfahrung in meinem Leben.
Der Cotopaxi ist zwar der meist-bestiegene und wohl schönste Berg Ecuador’s, aber nur etwa 20% aller „Anwärter“ schaffen es auch bis zum Gipfel! Klassifiziert wird er trotzdem als „einfach-durchschnittlich“… die Tatsache, dass die meisten Leute an den grossen Gletscherspalten scheiterten und umdrehen mussten, widerspricht dieser Klassifikation eindeutig… Jetzt wäre eigentlich noch der Chimborazo an der Reihe, 6310m. Frank meinte aber: „el come hombres“ (er isst Menschen). In der Tat sterben immer wieder Leute da oben. Technisch sei er extrem schwierig und insbesondere zu dieser Jahreszeit (Winter) ist dies sicherlich keine gute Idee.
Ich bin auch so überglücklich, gestern den Gipfel des Cotopaxi erreicht zu haben und grüsse euch alle herzlich aus Quito, wo mein Ecuador-Aufenthalt noch ein wenig weiter geht!

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Belize & Mexico

Um es vorweg zu nehmen, der Titel ist übertrieben: genauer wäre Caye Caulker und Tulum!
Wie bereits geschrieben, fuhren wir direkt von Flores über die Grenze nach Belize-City – was übrigens nicht die Hauptstadt von Belize ist, sondern Belmopan. Belize ist ein ziemlich zivilisiertes Land, mit einem bunten Mix an Ethnien, ist rund halb so gross wie die Schweiz, hat aber gerade mal 300‘000 Einwohner. Hier wohnen Kreolen (Nachfahren afrikanischer Sklaven und britischer Piraten), Mestizen („Mischlinge“ mit europäischen und indigenen zentralamerikanischen Wurzeln), Mayas sowie die Garífunas im Süden des Landes, die von südamerikanischen Ureinwohnern und Afrikanern abstammen. Entsprechend viele Sprachen findet man hier: kreolisch, Garífuna, Spanisch, Maya und Englisch, wobei letzteres kein „reines“ Englisch ist… eigentlich hat man eher das Gefühl, man sei auf Jamaica gelandet… „cool runnings“ lässt grüssen! Das Land hat eine eigene Währung, den Belize-Doller, welcher eigentlich völlig überflüssig ist, da überall mit US-Dollar bezahlt werden kann und der Wechselkurs konstant bei 2:1 liegt…
Belize ist v.a. für Taucher und Schnorchler ein Begriff, denn vor der Küste liegt das zweitgrösste Riff unseres Planeten (nach dem Great Barrier Reef in Australien) und mitten drin liegt das „Blue Hole“.
Von Belize-City ging’s mit dem Boot dann direkt auf die Insel Caye Caulker, um etwas näher am Riff zu sein ;-) Die Insel wurde 1961 durch den Hurrikan Hattie in zwei Teile geteilt und wer nach einem schönen Strand sucht, wird hier nicht fündig – dafür ist der nördlichere Teil sowie die weiter nördlich davon gelegene Insel zuständig. Zum Tauchen und Schnorcheln im Riff brauchte ich dies aber nicht. Bei der Ankunft stand bereits auf einem Schild: „welcome to Caye Caulker – go slow“. So ist es auch. Die Leute hier sind niemals gestresst – ein grosses Steak oder Fisch auf dem Grill mit einem (oder mehreren) Bier, danach einen Joint rauchen und dazu ständig Bob Marley hören und über irgendwelche belanglose Dinge diskutieren oder sich das nächste Tattoo stechen lassen, dazu natürlich der passende Reggae-Hut tragen – das ist Caye Caulker. Natürlich sind Drogen verboten, aber trotzdem besitzt irgendwie jeder irgendein Kraut oder Pulver, das er unter die Touristen bringen will… Die Leute sind und bleiben aber nett auch wenn man ablehnt.
Die Nebensaison bzw. Regenzeit hat auch seine Tücken. Eine Gruppe von vier Leuten erwartete unser Boot bereits am Dock um noch mindestens drei weitere tauchfreudige Leute zu finden, da sonst die Tour zum Blue Hole nicht stattfindet. Que suerte – wir waren drei! Somit war der Tagesausflug für den Folgetag perfekt. Ganze zwei Stunden dauerte die Bootsfahrt. Das Blue Hole heisst so, weil es aus der Vogelperspektive wie ein blaues Loch aussieht. Was ist aber so spannend daran? Das „Loch“ ist eigentlich eine eingestürzte Kalksteinhöhle. Sieben Meter unter dem Boot war also ein „Boden“, quasi das Dach der Höhle und gleich nebenan ging’s 120m in die Tiefe. Schwarz soweit das Auge reicht…etwas unheimlich im ersten Moment, da einfach in dieses schwarze Nichts abzutauchen. Ich drehte mich um und plötzlich waren da drei Riff-Haie – wow, geil. Nochmals umdrehen und da waren’s insgesamt schon sieben – hammergeil!! In etwa 30m Tiefe sieht man dann die riesigen Stalaktiten mit einem Durchmesser von bis zu zwei Metern. DAS ist das sonderbare und einzigartige am Blue Hole! Mal abgesehen davon, dass anscheinend fast immer Haie gesichtet werden! Die Haie begleiteten uns auch noch ein Stück J
Danach ging’s noch zu zwei anderen Tauchspots im Riff, wo wir wiederum Schildkröten, Rochen und hunderte anderer Fische sahen – ein wahres Tauchparadies! Nach einem Tag relaxen, ging ich dann auch noch Schnorcheln. Das Wasser ist sehr seicht hier – auch Kilometer von der Insel entfernt. Das Schnorcheln war viel besser als erwartet! Wir konnten wiederum mit Haien schwimmen, diesmal aber zum Anfassen nahe (jedoch „nur“ kleine also so 1.5-2m lange „nurse-sharks“), ebenso die Stachelrochen! Ja, der Abstecher auf Caye Caulker hat sich wirklich gelohnt; auch für die Sonnenauf- und –untergänge! Einfach Traumhaft.
Von Caye Caulker ging ich dann per Boot direkt über die Grenze nach Mexico. An einem strömenden Regentag waren die Strassen in Chetumal knöchelhoch mit Wasser überflutet…ob da wohl jemand in gewissen Stadtteilen die Kanalisation vergessen hat? Naja, jedenfalls fand der Taxifahrer den Weg zum Busbahnhof und ich fuhr gleich weiter nach Tulum. Tulum ist ein kleines Dorf, das eigentlich nur aus Häusern links und rechts der stark befahrenen Hauptstrasse besteht. Bekannt einerseits für die Ruinen direkt am Meer und andererseits für die „Cenoten“. Ein Cenote ist ein Loch, das durch den Einsturz einer Höhle entstanden ist – auf der Yucatan-Halbinsel existieren hunderte von Cenoten. Ich musste mir natürlich beide „Sehenswürdigkeiten“ anschauen. Das Tauchen im berühmtesten Cenote, dem „dos ojos“ war super. Eine ganz neue Erfahrung, denn die Cenoten sind mit Süsswasser gefüllt und entsprechend kleiner ist der Auftrieb verglichen mit Salzwassers. Zudem war das Wasser kalt – 20°C, nicht 30°C wie sonst überall im karibischen Meer und kristallklar, so dass man von einem Ende zum anderen sehen konnte (sofern genügend Licht in die Höhle drang). Also Neoprenanzug war angesagt und wir waren alle sehr, sehr froh darum. Die Cenoten gleichen sehr einer Tropfsteinhöhle, nur dass man sie nicht zu Fuss begehen kann und es stock finster ist. Leben gibt es da nicht viel drin, nur ein paar Fischchen, Krebse und angeblich auch ein kleines, scheues Krokodil. Nebst den imposanten Formationen war halt der optische Effekt des Lichteinfalls ins kristallklare Wasser einfach wunderschön.
Dann besuchte ich wie gesagt noch die Ruinen. Tulum war wohl in der nach-klassichen Hochblütezeit der Maya eine Hafenstadt. Die Lage mit Ruinen am Meer mit Palmen, Kliffs und Strand ist einzigartig und einfach nur beeindruckend – die Ruinen selbst sind deutlich weniger eindrucksvoll. Man kann hier im Meer schwimmen und die Ruinen über dem Kliff bestaunen.
Während die Sonne hinter den Regenwolken verbogen war, liess ich mir am Folgetag die Haare schneiden J der ältere, verwitwete Mexikaner hatte dies aber gut im Griff, so dass ich mir auch gleich noch meinen Dreitagebart schneiden liess – sehr lustig! Das Bartschneiden dauerte gefühlt etwa doppelt so lange wie die Haare. Fazit: selber Schneiden geht deutlich schneller und wird sauberer. Lustig war’s trotzdem und für rund Fr. 5.- kann man nicht viel sagen. Danach schien dann auch die Sonne wieder und ich konnte doch noch am Strand relaxen. Der Strand hier soll mit Abstand der schönste in der ganzen Umgebung sein, weshalb ich mir die Fahrt nach Cancun, Isla de Mujeres und Playa del Carmen sparte.
Konkrete Reisepläne hatte ich ja nie wirklich, jetzt hab ich aber einen – wenigstens für kurze Zeit. Drum ist jetzt halt abrupt Schluss mit Mexico und ich gönne mir einen Flug Richtung Süden, wo’s weniger warm ist und die Regenzeit in vollem Gang ist. Ich freue mich trotzdem so sehr auf ein Wiedersehen mit Ecuador!